Die Buchlounge Zehlendorf war am 21. 9. 2015 Gastgeber für den Berliner – Bibliophilen – Abend. Herr
Rainer Ehrt aus Kleinmachnow stellte mit seinem Vortrag unter dem Titel
Buchgelüste
als Maler und Grafiker, auch als Autor seine Arbeit bei der Gestaltung von Künstler– und Malerbüchern
vor. Die Veranstaltung war mit 28 Mitgliedern und Gästen gut besucht. Nach der Begrüßung durch den
Besitzer des erst seit 2015 bestehenden Buchladens, gab der Vorsitzende des BBA Herr Dr. Ziegler eine
kurze Einführung und wies auf die nächsten Veranstaltungen hin.
Herr Rainer Ehrt, der seine Studienzeit als Grafiker zum Ende der achtziger Jahre beenden konnte, gründete
1993 eine eigene Edition, in der er für den Liebhaber einer schönen und dabei oft außergewöhnlichen
Buchgestaltung entsprechende Werke herstellt. So wählt er dazu passende Autoren aus, gestaltet selbst das
graphische Bild, nimmt ein gutes Papier, das mit einer künstlerisch gestalteten Schrift (handgezeichnet,
Garamond, Didot antiqua) teilweise mit eigenen Texten passend für die jeweiligen Autoren versehen wird.
Hier finden sich Brecht, Joyce, Wilde, Kafka, Lichtenberg, Rilke, St. Zweig und viele andere. Dazu kommen
eigene Entwürfe von Künstlerbüchern, so der Tradition folgend ein „Totentanz“ mit 22 Holzschnitten.
Auch die grafischen Techniken sind vielgestaltig: Holzschnitt, Siebdruck, Offsetlitho, Aquatintaradierungen.
Alles zusammen gefügt durch gute Buchbinder zu kleinen und großen Büchern oder Leporellos und
oft in niedriger Auflage von 20 bis 50 Stück lässt gute und seltene Bücher entstehen. Auch die in Druckereien
vergrößerten Auflagen liegen etwa bei 200 - 800 Exemplaren und bleiben damit selten. Die „edition
ehrt“ kündigte ua. ihre Teilnahme auf der Art Brandenburg, der Art Book Berlin und der Buchmesse Leipzig
an.
Der Vortrag ließ Fragen nach Absatzmöglichkeiten in der Zeit vieler elektronischer Texte und den Preisen
dieser Bücher offen. Das konnte aber in der Diskussion geklärt werden, die von Herrn Ehrt ausgelegten
Künstlerbücher wurden mit großem Interesse betrachtet.
Dr. Christian Klinkenstein
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