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Samstag, 6. Juni 2026

„Hauptmann ist Schuld“

Die Pirckheimer-Gesellschaft und der Berliner Bibliophilen Abend luden zu einer Veranstaltung des Kulturhistorischen Vereins Friedrichshagen zum Gerhart Hauptmann-Tag aus Anlass seines 80. Todestages ein.
Stefan Rohlfs, Direktor des Hauptmann-Museums in Erkner in der Ausstellung
„Hauptmann ist schuld!“ – so heißt die Ausstellung, die im Antiquariat Brandel eröffnet wird. Im Zentrum der Veranstaltung standen die gegenseitigen Beziehungen zwischen Gerhart Hauptmann und dem Friedrichshagener Dichterkreis. Programmpunkte waren eine Lesung mit Gabriele Streichhahn sowie ein Vortrag von Lars-Broder zu Wilhelm Spohrs Versuch, ab 1946 ein Dichterkreis-Museum zu initiieren.

Donnerstag, 23. April 2026

zur Geschichte des Bilddrucks

Der Berlin-Brandenburger Pirckheimer-Regionalgruppe und dem Berliner Bibliophilen Abend präsentierte Bernd Friedrich am 23. April in der Staatsbibliothek zu Berlin einen "Kurzen Abriss zur Geschichte des Bilddrucks", ein Thema, das er vor 20 Jahren schon einmal vor dem BBA behandelte.
Als Künstler, Drucker und Kunsterzieher sammelte Bernd Friedrich zahlreiche Objekte des manuellen Bildrucks, mit denen er dessen Entwicklung seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte nicht nur anschaulich darstellen, sondern auch seine kunstgeschichtlichen Thesen begründen konnte, die einen bislang wenig beachtete Sichtweise auf die Geschichte des Bilddrucks ermöglichten, wie z.B. die Bedeutung von Farbigkeit in frühen Abbildungen, das Entstehen und der Wandel von Techniken der Illustration oder die Ablösung des Handwerkers als Illustrator durch den Künstler (siehe Abbildungen der Weltchronik).
Die Teilnehmer der Veranstaltung konnten darüber hinaus auch aus berufenem Munde Näheres zu Kupferstich, Radierung, Stahlstich und Co. erfahren und wie man Echtheit der Blätter erkennt, was für den ungeübten Laien sicher nicht einfach ist.

Donnerstag, 19. März 2026

Jürgen Wilke auf der Leipziger Antiquariatsmesse

Der Drucker von Conrad Felixmüller, Hans-Jürgen Wilke, berichtete auf der 32. Antiquariatsmesse in Leipzig über seine Zusammenarbeit mit dem Künstler in den 1970er Jahren und darüber, wie das heutige Mitglied des Berliner Bibliophilen Abend seinerzeit dadurch zum Sammeln angeregt wurde.
Ursula Saile-Haedicke vom Versandantiquariat Tills Bücherwege in Braunschweig war dabei und fotografierte.
Jürgen Wilke bei seinem Vortrag, Fotos © Ursula Saile-Haedicke

Donnerstag, 19. Februar 2026

Das „Mosaik“ als Sammelobjekt

Bibliophile der Pirckheimer-Gesellschaft und des Berliner Bibliophilen Abend schwelgten heute in Erinnerungen aus Kindheit und Jugend. Nach seinem bibliophilen Whiskey-Vortrag und einem Abend über Alexandre Dumas sprach Robert Grieger heute in der Staatsbibliothek zu Berlin zu seiner dritten Sammelleidenschaft, dem Mosaik von Hane4s Hegen mit den Digedags und Abrafaxen.
Es zeigte sich wieder einmal, dass sich wahre bibliophile Sammlerleidenschaft, natürlich neben einer gewissen Besessenheit für das bedruckte Papier, vor allem durch das tiefe Verständnis für Hintergründe, die Einzigartigkeit und Besonderheiten des Sammelobjekts auszeichnet.

Donnerstag, 4. Dezember 2025

Berliner Bibliophiler Adventsabend


Bernd Friedrich, Abel Doering, Maria Bogdanovich, Dr. Fouquet-Plümacher, Foto: Ulrich Goerdten
Heute kam der Berliner Bibliophilen Abend traditionell bei Susanne Rothe und seinem Mitglied Ulrich Goerdten zur Adventsveranstaltung zusammen, um sich über die beglückendsten Momente im Sammlerleben 2025 auszutauschen.
Abel Doering, Maria Bogdanovich, Dr. Fouquet-Plümacher, Foto: Ulrich Goerdten
Bernd Illigner und Bernd Friedrich
Das waren z.B. für Jürgen Wilke die Zeitschrift „Der Mensch“ mit Original-Holzschnitten von Conrad Felixmüller, „Rilke zeichnet“ aus der Anderen Bibliothek und ein bemerkenswerter Flohmarktfund für Ulrich Goerdten, bei Abel Doering die Rohbögen eines nicht komplett erschienenen Pressendrucks von Brechts „Tao-te-king“, für Wilhelm Lehberger die Kassette „Typoeten“ der Officina Ludi oder seltene „Raubdrucke“ aus dem 18. Jahrhundert, die Fritz Jüttner in seine Sammlung einreihen konnte.
Manfred Funke, Fritz Jüttner, Irmtraud Jüttner, Detlef Porth
vorn: Bernd Illigner, stehend: Ulrich Goerdten
Zur letzten Veranstaltung des BBA wurde die Jahresgabe 2025 ausgereicht.
Bernd Friedrich, Maria Bogdanovich, Dr. Fouquet-Plümacher, Günter Reichl, Wilhelm Lehberger, Jürgen Wilke
Allen Teilnehmern des gestrigen Berliner Bibliophilen (Advends)abend konnten darüber hinaus von Bernd Friedrich als Gastgeschenk diese Neujahrswünsche empfangen, die Wünsche in 6Pkt. im Handsatz, gedruckt mit Lettern vom Ende des 19. Jahrhunderts aus seinem Bestand, unten links mit Blindstempel.

Donnerstag, 9. Oktober 2025

„Nachrichten aus der Verlagswelt“

Der Berliner Bibliophilen Abend traf sich im Antiquariat Carl Wegner zu einer Plauderei mit Ulrich Goerdten über neue Entwicklungen im Publikationswesen mit jüngsten Beispielen aus seiner eigenen Produktion. So publizierte er in Buchform oder auch ausschließlich „elektronisch“ im Refubium der FU Berlin Julius Stinde 24 unbekannte Aufsätze zum Spiritismus von 1874 bis 1902 oder „Das Universalkochbuch des 18. Jahrhunderts und sonstigen trophologisch relevanten Abhandlungen“ aus dem „Zedler“.
Ulrich Goerdten stellte nicht nur seine Gedanken zu aktuellen Tendenzen der Publikationstätigkeit vor, er las auch kurze Passagen aus seinem Schaffen, so eine Episode aus „Teuchern 1940 - 1950, Erinnerungen“ an seine Kindheit.
Fast erschreckend aktuell geworden sind auch die, ursprünglich in satirische Überhöhung vor gut zwanzig Jahren geschriebenen „Nachrichten aus der Verlagswelt“ mit dem Titel „Verbesserte Schreibprogramme“, die Ulrich Goerdten zum Besten gab, ein Auszug aus seiner Erzählung „Im Netz“ aus dem Buch "Bargfeld. Texte", erschienen im Bücherhaus Bargfeld des Antiquars Hermann Wiedenroth.
Natürlich verlas der Autor der „Lürischen Ybungen“ auch eine Gedicht aus einem noch in Planung befindlichen 3. Band, der wieder bei Marc Berger erscheinen wird.
Im Anschluss zeigte der Gastgeber Mathias Proksch, Mitglied des BBA, noch ein besonderes Stück aus seinem Antiquariat, die „Hochzeitsschürze“, 1990 entstanden im Berliner Tacheles als Symbol der Deutschen Einheit aus zusammen gehefteten Buchrücken.

Dienstag, 18. März 2025

eine Titelvignette von E.T.A. Hoffmann

Jörg Petzel, Foto © Ralf Parkner
Der Berliner Bibliophilen Abend traf sich im Antiquariat Carl Wegner von Matthias Proksch zu einem Vortrag von Jörg Petzel über “Eine Titelvignette von E.T.A. Hoffmann der Erstauflage der “Fantasiestücke in Callot’s Manier” (1814 bei Kunz in Bamberg)”.
Neben dem Referenten waren auch zwei Mitglieder der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft zu diesem Vortrag Gast des BBA. Der anspruchsvolle Vortrag, eine Kurzfassung eines Beitrages, den der Autor gemeinsam mit Dr. Dr. Bernd Hesse für das E.T.A. Hoffmann-Jahrbuch 2024 (Erich Schmidt Verlag) verfasst hatte, war äußerst komplex, was zum Wunsch führte, ihn allen Mitgliedern des BBA nochmals in gedruckter Form zur Verfügung zu stellen.
angeregte Gespräche nach dem Vortrag ließen den Abend ausklingen, Foto © ad
Mathias Proksch, Foto © Ralf Parkner
Ulrich Goerdten, Foto © Ralf Parkner
Manfred Funke, Foto © Ralf Parkner
Abel Doering, Foto © Ralf Parkner
Jürgen Wilke, Foto © Ralf Parkner
Dr. Irmtraud Jüttner, Foto © Ralf Parkner
Dr. Fritz Jüttner, Foto © Ralf Parkner
Norbert Kron, Foto © Ralf Parkner

Dienstag, 24. Februar 2015

Hans-Jürgen Wilke: Leben und Werk von Conrad Felixmüller

Der Berliner Bibliophilen Abend war heute zu Gast bei Hans-Jürgen Wilke, dem letzten Drucker und leidenschaftlichem Sammler von Conrad Felixmüller.
Felixmüller, 1897 in Dresden geboren, Gründungsmitglied und Präsident der Dresdner Sezession Gruppe 1919 mit Lasar Segall, Otto Dix und Otto Griebel und Mitglied der Novembergruppe, war Mitglied der KPD, bis er 1924 enttäuscht das Parteibuch zurückgab und, nach langer Schaffenspause, in der dieser bedeutende Künstler sich u.a. auf das Malen von Preischildern für Karstadt beschränkte, 1949 bis 1961 Professor an der Universität Halle. Die 20 Hörer des heutigen Abends erfuhren von Freundschaften Felixmüllers z.B. mit Hans Koch oder Otto Dix, Carl Sternheim oder mit Friedrich Wolf, die ihn auch zu Buchillustrationen inspirierte. 1967 übersiedelte er von Berlin-Köpenick (DDR) nach Westberlin, wo er ab 1971 in Jürgen Wilke "seinen" Drucker fand. Das Œuvre von Felixmüller umfasst gut 2.500 Werke.

Bereits die erste Begegnung mit Felixmüller 1971 begeisterte den Drucker für dessen künstlerisches Schaffen und legte den Grundstein für Wilkes beeindruckende Sammlung, die inzwischen viele äußerst rare Stücke beinhaltet, die häufig zusätzlich mit einer persönlichen Widmung versehen sind. Als überraschendstes Stück präsentierte Jürgen Wilke ein Ölgemälde mit einem Doppelportrait mit seiner Frau, welches Felixmüller 1976, ein Jahr vor seinem plötzlichen Tod am 24. März 1977 fertigte. (Wilke trug bei der Präsentation dasselbe Hemd wie auf dem Gemälde.)

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Protokoll des Abends vom 24. Februar 2015
Leben und Werk von Conrad Felixmüller

Über das Leben und das Werk von Conrad Felixmüller berichtete am 24. Februar 2015 Herr Hans – Jürgen Wilke, wozu sich 20 Mitglieder des Berliner – Bibliophilen – Abends in seiner Wohnung getroffen hatten. Conrad Felixmüller war Maler und Grafiker (geb. 1897 Dresden), der ein umfangreiches Werk hinterlassen hat. Das sind etwa 1000 Gemälde und reichlich graphische Bilder, vor allem Holzschnitte, Lithos und Radierungen, dabei beteiligte er sich auch an Mappenwerken, dazu kommen Illustrationen von Büchern (Else Lasker Schüler). Bekannt sind auch die Bildnisse, die er von Max Liebermann, Christian Rohlfs, Lovis Corinth und Friedrich Wolf geschaffen hat.
Nach dem 1. Weltkrieg wurde Felixmüller Mitglied der Dresdener - Sezession - Gruppe, heiratete die Schwester des Malers Böckstiegel und trat bereits 1918 der KPD bei, erklärte aber schon 1926 wieder seinen Austritt. 1933 siedelte er nach Berlin über, nach dem 2. Weltkrieg wurde er 1945 aus sowjetischer Gefangenschaft entlassen. Von 1949 bis 1962 war er Professor in Halle. Seine Freundschaft zu dem Dichter Friedrich Wolf animierte ihn für dessen Dramen „Der arme Konrad“ und „Thomas Müntzer“ Bühnenbilder zu entwerfen. 1967 zog er aus Berlin Köpenick nach Berlin Zehlendorf, wo er bis zu seinem plötzlichen Tod 1977 weiter künstlerisch auch mit Straßenszenen aus Berlin tätig war.
Hier begann dann auch das freundschaftliche Verhältnis zu seinem Drucker Jürgen Wilke, der interessant aus dieser Periode berichten konnte. So über seinen Arbeitsstil und sein Anliegen bei seiner künstlerischen Tätigkeit, auch Anekdotisches über Künstlerkollegen etwa Otto Dix und Karl Schmidt – Rottluff. Für den Drucker Jürgen Wilke bot sich an, eine Sammlung von Felixmüller anzulegen, ein Teil davon konnte an den Wänden der beiden Räume bewundert werden, dazu lagen diverse Kataloge und Bücher über den Künstler zur Ansicht aus. Fast alles nur Felixmüller. Und wie überrascht waren alle, als Herr Wilke ein Ölgemälde von Conrad Felixmüller zeigte, auf dem er und seine Frau noch 1976 portraitiert waren. Ein schöner Abend!

Dr. Christian Klinkenstein

Montag, 4. Oktober 2010

Jürgen Wilke - Franz Pfemfert und "Die Aktion"


Am 4. Oktober 2010 hielt das Mitglied der Pirckheimer-Gesellschaft Hans-Jürgen Wilke in seiner Wohnung vor dem Berliner Bibliophilen Abend einen Vortrag über Franz Pfemfert und präsentierte seine Sammlung zum Verlag und zur Zeitschrift "Die Aktion" (1911 - 1932), ein Organ, welches sich auf künstlerischem Gebiet für den Expressionismus, auf politischem für radikalen Sozialismus einsetzte und welches - ebenso wie "Die Weltbühne", "Die Fackel", "Die Zukunft" und "Der Sturm" - zu den seinerzeit vielbeachteten und meinungsbildenden Publikationen gehörte. Beeindruckend für die Berliner Bibliophilen waren allerdings nicht nur die interessanten Ausführungen des Vortragenden, sondern die vielen Originalgraphiken, hauptsächlich von Conrad Felixmüller und die praktisch lückenlose Sammlung des Verlagsprogramms der Aktion.
Hans-Jürgen Wilke widmete den Abend unserem kürzlich verstorbenen Mitglied Carlos Kühn, mit dem er noch kurz vor seinem Tod die Würdigung der Lebensleistung von Franz Pfemfert vorbereiten konnte und dem er einige interessante Stücke seiner Sammlung verdankt.